Es sind Ferien! Und zu diesem Anlass möchte ich euch ein
paar Eindrücke von den ersten zwei Monaten im Little Bees Children Center
vermitteln. Svenja und ich sind nach wie vor die Klassenlehrerinnen der Klasse 2, welche wir in einem Raum unterrichten, der mittlerweile schon von drei weiteren Klassen genutzt wird. Das erfordert echt Nerven, da es selten ruhig ist
und das natürlich auch die Konzentration unserer Klasse (einschließlich ihrer Lehrer) und somit den
Unterricht stört.
Aber wenn ich hier eines gelernt habe: Es hilft einfach
nichts, sich ständig über alles aufzuregen, am sinnvollsten ist es, zu
überlegen, wie man mit einer schwierigen Situation umgeht. Wenn zum Beispiel eh
schon sechs Plätze weniger als Schüler in der Klasse vorhanden sind und dann
auch noch eine Bank durchbricht, ist meiner Ansicht nach der beste Weg, eine
Lösung für das Problem zu suchen und nicht rumzujammern. Und so habe ich mittlerweile gelernt, mit
verschiedensten Situationen, in denen ich in Deutschland wahrscheinlich gesagt
hätte „Das geht so nicht. So kann ich nicht arbeiten“ stark zu bleiben und
stattdessen zu überlegen „Was mach ich jetzt mit dieser Situation?“. Dabei ist es
wirklich eine sehr große Hilfe, dass Svenja und ich zu zweit sind und uns
gegenseitig unterstützen und manchmal auch wieder aufbauen können, wenn es nötig ist.
Das war zum Beispiel auch sehr hilfreich im Umgang mit
einigen Kommunikationsschwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, die
zwischen ein paar Lehrern und uns immer wieder aufkamen und manchmal sogar zu recht
heftigen Konflikten führten. Oft hat es uns viel Überwindung und Mut
gekostet, aber durch das ständige Bemühen um offene Gespräche und der Hilfe von
CIVS, (der Organisation, die hier die Freiwilligendienste koordiniert), konnten
ein paar Dinge aufgedeckt werden und wir konnten unsere Ansichten nach und nach relativ gut klarmachen und
begründen.
Dazu hat auch ein
Seminar zum Thema Humanismus und gewaltfreie Kindererziehung einen großen Teil
beigetragen, das von einem meiner Meinung nach sehr kompetenten Referenten
durchgeführt wurde. In diesem Seminar wurde die Lebenswelt des einzelnen Kindes,
durch das Einbeziehen von Personen aus verschiedenen Organisationen und
Institutionen, von Eltern und Lehrern für uns verständlicher gemacht und daran
anknüpfende Verhaltensmöglichkeiten für Lehrer aufzeigt. Dieses Seminar hat meiner Meinung
nach auch sehr zum gegenseitigen Verständnis zwischen ein paar Lehrern, mit
denen wir häufig nicht auf einen Nenner kamen, und uns beigetragen und führte
zu einer entspannteren und versöhnlichen Atmosphäre. Seitdem kann ich nun auch mit einem
optomistischen Gefühl in die Ferien gehen, und mich auch auf eine weitere schöne
Zeit im Little Bees freuen.
Und hier noch ein paar Fotos von der Arbeit im Projekt:
Und hier noch ein paar Fotos von der Arbeit im Projekt:
Die Straße, die zum Little Bees führt.
Die Schule befindet sich in einem der ärmeren Stadtteile Nairobis: Huruma. An Ständen, wie auf diesem Foto links, kaufen Svenja und ich jeden Morgen recht günstig Avocado und Bananen für die Frühstückspause ein.
Matheunterricht
Sofi (l.) lächelt fröhlich in die Kamera, während sich Anne (r.) sichtlich motiviert mit den Matheaufgaben befasst.
Wenn wir mit den Schülern gemeinsam ein Thema erarbeitet haben, erstellen wir dabei meistens ein Tafelbild, welches dann am Schluss von allen im Heft festgehalten wird.
Im Vordergrund sieht man Zahara, die gerade, etwas von der Tafel abschreibt.
Auch Anne, Sofi, Everlyne und Mohammed (v. l. n. r.) sind fleißig am Abschreiben.
Wenn die Schüler von uns an die Tafel gerufen werden und mal selbst Lehrer sein können, ist dies besonders motiverend für sie. Eine hier eher unübliche Unterrichtsform und deshalb wahrscheinlich auch ziemlich aufregend.
Hier sieht man Mohammed, wie er in einer Tabelle englische Verben durchkonjugiert.
In der Pausenzeit halten sich die Schüler hauptsächlich auf dem recht kleinen Schulhof auf. Manche spielen auch drinnen. Ist eine Kamera in Sichtweite, hat das auf viele eine große Anziehungskraft :)
"Nancy, Ibrahim, Everlyne! Say: Nairobiiiiii!"
Kamerascheu sind hier die Wenigsten. Nancy, Ibrahim und Allan nutzen die Pausenzeit für ein paar coole Posen :)
Die Boys
...und noch ein Foto mit "Cha" (kurz für "teacher")
von links nach rechts: Lilian, Brenda, Nancy und Ilyne
In der Regenzeit sind die Regenschirme für eine kleine Fotosession besonders beliebt.
Benson (l.) und Allan (r.)
Ibrahim, Joseph, Benson und Hassan mit den Regenschirmen der Mädels.
Von 12.40 bis 14.00 ist Lunch-Break. Da gibts Githeri (Mais und Bohnen) für alle Schüler und Lehrer. Auch ich esse unter der Woche jeden Tag Githeri. Meistens vertrage ich das ganz gut. Zwischendurch auch mal nicht so. Wenn mein Magen eh schon ein bisschen verrückt spielt, gönn ich mir auch schonmal ne Portion Reis auf der Straße für unglaubliche 20-30 ksh (bzw. cent)
Nachmittags lassen wir die Schüler meistens etwas über ein Unterrichtsthema malen. Zwischendurch gibts auch schonmal "Kunstunterricht".
Letzte Woche haben wir den Schülern beigebracht, wie man einen Menschen malt. Danach haben sie sich durch demokratische Abstimmung (Man könnte es fast Politik-Unterricht nennen) für den Namen Jackie Chan entschieden. Anschließend konnte sich jeder etwas ausdenken, was der Mensch noch so bei sich hat (Geld, Handy, Schokolade), was er sonst noch trägt (Mütze, Handtasche usw.) und was sich um ihn herum befindet (Mond, Straße, Matatu, Auto, Haus, fußballspielende Kinder, Flugzeug usw.). Zugegeben. der Mensch ist dann im Verhältnis zu seiner Umwelt doch ein kleines bisschen überdimensional groß geworden ;)
Die Schüler haben das Bild so gut es ging abgezeichnet, ggf. noch mit weiteren Ideen ergänzt und es anschließend bunt ausgemalt. Hier sieht man Mohammed beim Malen.
In einer anderen Stunde haben wir das Thema Familie durchgenommen und die Kinder am Nachmittag dazu aufgefordert, ein Bild über ihre eigene Familie zu malen. Dabei sind sehr schöne Bilder entstanden sind, durch die wir übrigens auch einiges über die Kinder erfahren konnten.
Und hier noch ein kleines Video aus einer Nachmittags-Malstunde.
So! Aber jetzt sind erstmal Ferien. Ich muss sagen, dass ich glaube, dass mir eine Pause im Moment sehr gut tut. Es ist immer sehr schön und anstrengend mit den Kindern.
Und im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass es mir hier seelisch und auch körperlich sehr gut geht und ich keine ersthaften Probleme hab, an denen ich verzweifle. Ich wachse eher mit meinen Aufgaben und lerne unglaublich viel dazu. Es gibt immer Up's and Down's. Aber ich kann mich nach einem Down (wie zum Beispiel ein kleiner Anflug von Heimweh) immer schnell wieder aufraffen, weil es hier so unglaublich viel zu erleben und zu entdecken gibt, was ich sehr genieße und womit es mir sehr gut geht.
aaaww, die sind ja alle zum Knuddeln !!! Total sweet !! Die sehen gar nicht aus, als wenn sie nervig sein könnten ;)
AntwortenLöschenAber am geilsten ist das Essen, sieht sehr nahrhaft und schmackhaft aus :)
LG Kati